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Caperdonich (ehm. Glen Grant 2) 

Glen Grant 2 - so wurde die Brennerei Caperdonich damals gegründet. In den ersten Jahren verband die beiden Brennereien sogar eine Pipeline. 1902 wurde das Schmuckstück jedoch wieder geschlossen und erst über 60 Jahre später als Teil der Glenlivet Distilleries unter dem Namen Caperdonich wiedereröffnet. 2001 landete die Brennerei bei Pernod Ricard und wurde 2002 wieder stillgelegt, leider nicht vorübergehend, denn 2010 erfolgte der Abriss. Zwei der ehemals vier Brennblasen sind heute in der belgischen „The Owl Distillery“ im Einsatz, die beiden anderen verrichten ihre Arbeit seit 2021 in der schottischen Falkirk Distillery (Lowlands).


Caperdonich 1994 - 2015, 21 Jahre, 57,6% alc. Abfüller. Jack Wiebers (Auld Distillers Collection). Ausbau: Bourbonfass

Nase: Sehr viele tropische Früchte. Honigmelone und Ananas, etwas Papaya und ein wenig unreife Mango, dazu folgen direkt ziemlich viele Gewürze. Darunter Ingwer und Zimt, etwas Muskat, bunter Pfeffer und Jalapenos. Zudem taucht eine Mischung aus Pfefferminztee, Holzrauch und Zitronensaft auf, was zusammen sehr angenehm wirkt.

Gaumen: Ähnelt der Nase, dazu kommt aber ein etwas kreideartiges Mundgefühl und einiges an Bienenwachs. Schwarzer Tee, Mate, Limetten und tropische Früchte, leicht verbranntes Karamell und Soja-Sauce. Die Gewürze sind viel dezenter als in der Nase, nur etwas Pfeffer, Muskat und eine ganz leichte Ingwerschärfe kann ich finden.

Abgang: Lang und trocken, ziemlich scharf. Einiges an Eichenholz, Malz und Pfeffer, die Früchte sind nur noch in Form von reifen Äpfeln und etwas Mango zu finden. Außerdem wieder ein wenig Schwarztee.

Fazit: Spannender Caperdonich, komplex und mit einem sehr spannenden Aromenprofil. Der Alkohol hätte besser eingebunden sein können. 85/100 Punkte (2021) 


Caperdonich 1999 - 2013, 46% alc. Abfüller: Gordon & MacPhail. Ausbau: Sherryfässer (Refill)

Nase: Harmonisch und eng verwoben. Sommerwiese mit viel Löwenzahn und dazu sehr viele Fruchtaromen. Äpfel fallen mir auf, aber auch Birne und sehr saftige Honigmelone, verschiedene Zitrusfrüchte und ein Hauch Dosenananas. Dazu mischen sich ziemlich milde Gewürze. Etwas Anis und Fenchel, eine leichte Spur Zimt, zudem Kakao.

Gaumen: Süß und fruchtig, etwas prickelndes Mundgefühl. Zu den Fruchtaromen der Nase kommen unreife Banane und etwas Eukalyptus, Kirschmarmelade auf dunklem Toast. Der Fenchel ist zurück, zudem verschiedene Küchenkräuter. Auch der Kakao ist wieder da.

Abgang: Kurz bis mittellang, etwas Pfirsich und Orange, Milchschokolade mit Ingwer und mildem Kaffee.

Fazit: Nicht ganz einfach, aber mit ein wenig Zeit und Übung erschließt sich hier dem Genießer insbesondere auf dem Gaumen ein sehr komplexer Caperdonich. Gefällt mir persönlich wirklich gut. 85/100 Punkte (2021) 

 
 
 
 
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