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Lagavulin

Originalabfüllungen

Hintergrundbild: Diageo

Lagavulin 16 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Torf und Teer, angenehm trockener Rauch. Dahinter neben Zitrusfrüchten auch Maschinenöl und ein wenig Kautschuk. Die Süße nimmt zu, Orangenmarmelade neben Mandeln, Salzwasser und Zedernholz, auch ein wenig Leder lässt sich finden.

Gaumen: Kräftig rauchig, trocken und leicht salzig. Lakritz, Anis und Salmiak neben Teer und Räucherofen, verschiedene Kräuter, Blutorangen. Außerdem ganz leicht Kakao, wieder die Orangenmarmelade und eingelegte Oliven.

Abgang: Land und trocken, mineralisch und salzig.

Fazit: Lagavulin schafft es mittlerweile über Jahrzehnte die Qualität zu halten, auch wenn sich die Batches über die Jahre immer wieder minimal verändert haben. Sehr schön. 86/100 Punkte (2021). 

Unabhängige Abfüllungen

Classic of Islay (Islay, Schottland), 55,4 % alc. Cask: 998, bottled 2012. Abfüller: Jack Wiebers Whisky World (Lars Wieber) 

Die Brennerei darf aus Lizenzgründen nicht genannt werden - allerdings ist dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein junger Lagavulin.

Nase: Kräftiger Torfrauch, mächtiges Kohlenfeuer, Schinkenspeck und eine Spur von Jod. Heftig und wirklich toll!

Gaumen: Rauchige Süße, alkoholisch, der Rauch füllt sofort den gesamten Mund.

Abgang: Laaaang und torfig, feurig. Die Jugend des Single Malt ist spürbar aber nicht störend. Asche bleibt zurück.

Fazit: Cooles junges Ding, ein kleines Torfmonster. Qualitativ hochwertig. 89/100 Punkten (2013)


Classic of Islay Red Wine Cask Matured, 20th Anniversary Celebration, 2021 abgefüllt. 55% alc. Abfüller: Jack Wiebers Whisky World. Ausbau: Rotweinfass Nr. 280

Nase: Süßer Torfrauch mit überreifen Früchten, darunter mürbe Aprikosen und matschige Weintrauben. Hier trifft etwas Jod auf Latakia-Tabak, Holzkohle und ein wenig Speck. Mit etwas Zeit im Glas weicht die Süße in den Hintergrund, der Rauch hingegen wird maritimer und bekommt einen leicht salzigen Charakter, auch finde ich nun etwas Schwarztee.

Gaumen: Erst stehen die süßen Fruchtaromen im Vordergrund, danach schiebt der Alkohol den Torfrauch an. Das wirkt nicht so ausgeglichen wie in der Nase, etwas alkoholisch und kantig. Die Frucht erinnert an eine Mischung aus kandierten Äpfeln, Birne, Trauben und Aprikosen, zudem finde ich etwas Karamell. Der Rauch scheint trocken und salzig mit einer leichten Schärfe von Chili und Ingwer.

Abgang: Mittellang bis lang und wieder ausgewogen zwischen Frucht und Rauch, zum Ende hin Tabak, Holzrauch und etwas Schokolade.

Fazit: Ein kraftvoller Islay-Whisky, wie wir es aus der Serie gewöhnt. Auch in jungen Jahren kann Lagavulin einiges bieten. 86/100 Punkte (2022)


Bonnavoulin 2012 - 2021, 9 Jahre, 3rd Edition, 49,3% alc. Abfüller: Villa Konthor. Ausbau: Sherryfass (Pedro-Ximenez Hogshead)

Der Name soll auf die Brennerei schließen, wir haben wir also einen jungen Laga…ähm…Bonnavoulin in Fassstärke.

Nase: Angenehm süßer Torfrauch, geräucherter Schinken, Teer, Speck und Vanille. Der Rauch wirkt ziemlich elegant, es braucht aber ein wenig Zeit um die Aromen dahinter zu entdecken. Ich finde Blutorangen, Sultaninen, Zedernholz und Zigarren, außerdem leicht erdige Aromen.

Gaumen: Vollmundig und rauchig, eine Mischung aus glühender Holzasche und süßen Fruchtaromen. Teer, Schinken, Tabakrauch, Rosinen, Pflaumenmus und Zitrusfrüchte, dann wird der Whisky etwas bitterer. Grapefruit und dunkle Schokolade mit Meersalz. Der Torfrauch dominiert klar, bindet die Süße aber gut ein.

Abgang: Mittellang und harmonisch, verlängert den Gaumen, am Ende ein zartes Pfefferaroma.

Fazit: Eine kleine gefällige Dampflock, klar rauchig, aber durch das Fass ordentlich gebändigt. Der Whisky wirkt reifer als sein Alter vermuten lässt. 88/100 Punkte (2021)

 
 
 
 
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