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Hier finden Sie alle verkosteten Abfüllungen von Brora

Brora produzierte bis 1983 Malt-Whisky für große Blends und war die Produktionsstätte rauchigen Clynelish. Da wird es jetzt kompliziert: Brora hieß früher Clynelish. 1967 sollte die Anlage durch einen Neubau komplett ersetzt werden, jedoch stieg die Nachfrage nach rauchigem Whisky für die Blend-Industrie. Somit wurde die neue Brennerei als Clynelish B in Betrieb genommen und die alte Clynelish Brennerei produzierte erst unter dem Namen Clynelish A und später unter dem Namen Brora. Im Mai 2021 erfolgte die Wiedereröffnung. 


Brora 30 Jahre, abgefüllt 2004, 56,6% alc. Originalabfüllung

Nase: Kurios, Raubtierhaus im Zoo, salziges Brackwasser und dreckige Kartoffeln (gerade vom Feld geholt). Ergänzt durch eine sehr milde Torfrauchnote, die sich sehr harmonisch an die anderen Aromen anschmiegt. Zudem Bienenwachs, nasses Hundefell und irgendwie auch Bananenbrei - man ist der komplex. Immer wieder tauchen neue Assoziationen auf. Malz, Roggen, Bananenbrot, Schweröl und Lokschuppen. Alle einzelnen Bestandteile sind sehr harmonisch, nichts sticht irgendwie heraus.

Gaumen: Süß und cremig, leicht torfig und etwas dreckig. Mit Heidekraut, Sultaninen, Kochsalz und einer Spur Pfeffer. Zudem wieder leicht säuerlich, erinnert an Zitronensaft mit Eichenholz. 

Abgang: Sehr lang, Sommerobst und Beerenfrüchte in Torfrauch, kräftiges Eichenholz, ergänzt durch milden Pfeffer und bitteren Tabak. 

Fazit: Hammerteil, die Nase polarisiert und spaltet die Gemüter, ich finde diesen Brora großartig!  94/100 Punkte (2015) Ich danke Marcus Weber von Finest Whisky für das Foto


Brora 1971 - 2000, 29 Jahre, 50% alc.  Abfüller: Old Malt Cask (Douglas Laing)

Nase: Wahnsinnig komplex, mit tropischen Früchten (flambierte Ananas, Mangos) und sehr viel Malz. Zudem leicht torfig und rauchig, diese Aromen schmiegen sich jedoch harmonisch ins Gesamtbild. Dahinter kommen diverse Kräuter, Pfirsiche, Äpfel und Limetten, Paprika, etwas Pfeffer und Orangen, klingt komisch, riecht aber traumhaft. Es folgen noch mildes Eichenholz, etwas Zeder und diverse Nüsse, ergänzt von Ingwertee. 

Gaumen: Hier merkt man noch etwas vom Torfrauch, es kommen viele Röstaromen auf. Verbranntes Toast, Getreide, schwelendes Torffeuer, säuerlicher Süßwein und Rosinen. Der Ingwertee ist wieder da, dahinter Anis und Salmiak. 

Abgang: Lang, rauchig und malzig, zudem einiges an Nusskuchen und Schokolade, zudem wieder milde Eiche. 

Fazit: Sollte man für so einen seltenen Whisky mehr als 1.000 € ausgeben? Nein, nicht ohne ihn probiert zu haben. Kommt man jedoch zum gleichen Fazit wie ich, dann definitiv ja! 92/100 Punkte (2015)



 
 
 
 
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