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Glen Albyn 

Die Brennerei Glen Albyn wurde bereits 1844 gegründet und stand in der Stadt Inverness. Sie bezog ihr Wasser direkt aus dem Fluss „Ness“, heute steht auf dem Grundstück ein Supermarkt. Direkt gegenüber lag früher auch die Brennerei Glen Mhor, leider wurde auch sie im Rahmen der Whiskykrise der 1980er Jahre geschlossen.

Nicht nur Standort und Schicksal teilten sich beide Brennereien, sondern auch den Namen. Sie sind nach dem "Great Glen" (Glen More, An Gleann Mòr, Glen Albyn) benannt, einer tektonischen Verwerfung, welche das schottische Hochland quasi teilt, dazwischen verläuft der kaledonische Kanal, auch der Loch Ness liegt inmitten des Great Glen.

Bekannt ist zudem, dass bei der Gründung von Balvenie eine gebrauchte Brennblase von Glen Albyn installiert wurde, die andere stammte 1892 von Lagavulin.

Nicht zu verwechseln ist Glen Albyn mit der fast namengleichen Brennerei Albyn aus Campbeltown, welche von 1830 bis 1927 bestand und Opfer der amerikanischen Prohibition wurde - immerhin sind von Glen Albyn noch ab und zu Abfüllungen käuflich zu erwerben.

Foto im Kopfbereich: Glen Albyn Distillery 1970, Urheber: Diageo Archive 


Glen Albyn 1976 - 2012, 43% alc. Abfüller: Gordon & MacPhail. Ausbau: Sherry-Fässer (Refill)

Nase: Leicht muffige und feuchte Holzaromen, dazu Bienenwachs und ein wenig Holzrauch. Danach kommen Lavendel und reife Birnen zum Vorschein, zudem etwas Gerstenmalz und Hafer, ganz leicht Mandarine. Außerdem finde ich ein etwas salziges, mineralisches Aroma. Insgesamt sehr harmonisch und stimmig.

Gaumen: Deutlich Lavendel und ein wenig grüne Paprika. Bienenwachs und Holzrauch, etwas Muskat und geröstete Nüsse. Die Süße wird cremiger, Honig kommt auf. Dazu Gewürznelken und Orangen, außerdem ein wenig dunkle Schokolade mit Pfeffer.

Abgang: Mittellang bis lang, trocken und gleichzeitig sehr viel Wachs. Wieder Birne und Orange, dazu viel Eichenholz und Zimt.

Fazit: Dieser ca. 36 Jahre alter Whisky ist wirklich schön, sehr ausgewogen zwischen viel Wachs und würziger Eiche. 88/100 Punkte (2021) 

 
 
 
 
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