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Hier finden Sie alle verkosteten Abfüllungen von Littlemill

Littlemill ist 1772 gegründet worden. Die Geschichte der Brennerei lässt sich schwer zusammenfassen, harte Zeiten und unzählige Besitzerwechsel zeichneten Littlemill. Im Rahmen der Whiskykrise wurde sie dann 1992 stillgelegt, ein Feuer im Jahr 2004 gab ihr dann den Rest. 2006 stürzte die Brandruine dann endgültig zusammen. Littlemill gilt als unwiederbringlich verloren. 

Littlemill 8 Jahre, 40% alc. Originalabfüllung aus den 90er Jahren 

Nase: Leichte Fruchtaromen, Frühlingswiese, Tulpen und Malzzucker. Daneben viel Vanille und Karamell, gefolgt von weiterem Getreide, Walnüsse und Beerenfrüchte, auch ein wenig Mandarine. 

Gaumen: Leicht und etwas ölig, Orangen und Sultaninen, viel Malz und etwas Rohrzucker. Danach offenbart sich Bitterkaramell und angekohltes Brot. 

Abgang: Mittellang und mit Nüssen, Malz sowie wieder ein wenig Karamell. Wirkt deutlich trockener als auf dem Gaumen, begleitet von einer sanften Würze. 

Fazit: Easy drinking, typisch für die Region.  81/100 Punkte (verkostet 2015)


Littlemill 12 JahreOriginalabfüllung, 40% alc. 

Nase: Gras, Heide, etwas leicht fruchtiges - nicht näher definierbar. Ein gutes Pfund Vanille, hier schauen Bourbonfässer raus. Etwas Eiche kommt als Möbelpolitur rüber, leicht ledernd.

Gaumen: Säuerlicher Apfelsaft, Cidre? Süß-säuerlich, nicht wirklich komplex.

Abgang: Nicht vorhanden, trinkt sich wie der beschriebene Apfelsaft. Kurz und süffig. 

Fazit: Netter dram, mehr auch nicht. 77/100 Punkten (Erstverkostung 2011, zuletzt 2021)



Littlemill 18 Jahre, 60,2% alc.  Abfüller: Dream Drams Ausbau: keine Angabe. 

Nase: Kräftig und alkoholisch, die Nase muss sich erst einmal daran gewöhnen. Dahinter kommen süße Bitteraromen von Karamell, Grapefruit, Stachelbeeren und ein Hauch von Himbeeren. Zudem zeigen sich kräftiges Malz, Pfeffer, frisch geölte Eiche und ein Hauch Schuhcreme. 

Gaumen: Mundfüllend und intensiv, Zimt und getrocknete Früchte, Bananenchips, etwas Mandelaroma. Einiges an Eichenholz und Pfeffer, ein Hauch Toffee und Birne. 

Abgang: Unendlich lang, die Kombination von Würze und Alkohol kratzt und wärmt. Die Eiche wirkt deutlich älter. 

Fazit: Spannend und reif, wirkt älter als er ist. 87/100 Punkte (2016)


Littlemill 1988 - 2012, 23 Jahre, 54,9% alc. Abfüller: Kierzek (Berlin, Lichtenberg) Ausbau: Sherry Cask 08/1077. Abfüllung auf 192 Flaschen limitiert. 

Nase: Dunkle Früchte und Marzipan. Die Früchte erinnern an Wald- und Brombeeren, auch ein wenig Wachholder ist mit dabei. Dazu finden sich Kakao und milder Tabak sowie trockene Hölzer. Es folgen Wintergewürze, Zimt, Nelken, Muskat. 

Gaumen: Intensiv, fruchtig und würzig. Der Alkohol ist präsent, stört aber nicht weiter. Beerenfrüchte und Schokolade, etwas Kaffee und Marzipan. Zudem eine leichte Karamellnote. Die Gewürze kommen wieder auf. 

Abgang: Lang und die Gewürze sind viel kräftiger. Zimt und Salmiak sind besonders deutlich und stechen aus dem Fruchtcocktail hervor. 

Fazit: Traumstoff! Gute Fasswahl  91/100 Punkte (2015)


Littlemill 1988-2013, 52,1% alc.  Abfüller: Malts of Scotland. Ausbau: Sherry Hogshead, Cask Nr. MoS 13035, 

Nase: Fruchtig und süß, sehr tief und mit angenehmen Holz- und Sherrytönen. Anfangs startet der Littlemill mit schwarzen Johannisbeeren sowie Brombeeren, dahinter kommt dann eine kräftige Ledernote durch, das Leder selbst ist wettergegerbt und riecht nach Salz und Küste. Zudem tauchen Limetten auf, Orangensaft und etwas grüner Tee, die Zitrusfrüchte wirken extrem säuerlich. 

Gaumen: Ungewöhnlich ölig, einiges an Schwarztee, zerlassene Butter, Nüsse und morsches, feuchtes Holz. Ein Hauch von geschmorrten Zwiebeln, Chili und daneben wieder die Zitrusfrüchte, hier aber mehr süß als sauer. 

Abgang: Sehr lang, viel Holz, einiges an Datteln und Rosinen, zudem ein starker Einschlag von Zimt und Pfeffer. 

Fazit: Skurril und spannend, muss man aber nicht jeden Tag im Glas haben. 84/100 Punkte (2016)


Littlemill 1988-2015, 26 Jahre, 52,5% alc. Abfüller: Hart Brothers. Ausbau: Sherryfass

Nase: Richtig fette Beerenfrüchte, reif und fruchtig. Brombeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren und ein Hauch Stachelbeere. Dazu ein wenig Leder, trockenes Eichenholz und milder Kakao, zudem feuchter Tabak.

Gaumen: Leicht angetrocknete Beerenfrüchte, Orangen, Grapefruit und weitere Zitrusfrüchte. Dazu jede Menge Getreide und Cerealien, auch ein paar Nüsse sind mit dabei. Der feuchte Tabak kommt wieder, der Gaumen schließt mit Schokolade.

Abgang: Sehr lang und trocken, mit Tabak, Sultaninen, Cranberrys, Malz und Kaffee. 

Fazit: Heftiges Sherryfass - wunderbar, Wasser zähmt ihn ein wenig. 89/100 Punkte (2015) Ich danke dem Vertrieb (HEB) für die Probe


Littlemill 1988-2015, 26 Jahre, 52% alc. Abfüller: Hart BrothersAusbau: Portweinfässer

Nase: Reduzierter Portwein, Malz und feuchtes Heu. Zudem im ersten Antritt direkt Gewürze sowie klammes Eichenholz. Dahinter dann Orangen und Esskastanien, Schattenmorellen, frisches Karamell, Nüsse und etwas Kakao. 

Gaumen: Weintrauben, Portwein und Malz, überraschend scharf. Grüner Pfeffer, geriebener Chili. Dazu Nelken, Zimt und eine fruchtige Süße, Traubensaft und trockenes Eichenholz, Eukalyptus sowie wieder der leicht bittere Kakao. Ziemlich komplex. 

Abgang: Sehr lang und würziger als auf dem Gaumen. Wieder mit grünem Pfeffer, Gewürznelken und Zimt. Dazu Zitrus- und Beerenfrüchte, auch die Weintrauben sind wieder da. Die eiche prickelt und bleibt lange im Gedächtnis zurück. 

Fazit: Noch ein Kracher - sehr komplex und verträgt kein Wasser. Extrem schöner Littlemill! 91/100 Punkte (2015) Ich danke dem Vertrieb (HEB) für die Probe


Littlemill 1990-2015, 50,2% alc.  Abfüller: Malts of Scotland, Ausbau: Bourbonfass, Cask MoS 15077. 

Nase: Getreide und Malz, Stachelbeeren und Holunder, der Alkohol wirkt noch sehr kräftig. Dahinter kommen Melisse und Zitronengras, Limetten und Zitronendrops, etwas Birne und Pfirsich. Klingt jetzt unheimlich spannend, ist es aber nicht. Die Aromen sind stark ineinander verwoben, der Whisky wirkt gefällig. 

Gaumen: Süß, cremig und leicht saftig. Hier liegt der Schwerpunkt bei den Zitrusaromen, Aprikosen und Malz, dahinter kommen milde Gräser und Schnittblumen, etwas Holundersaft und einiges an trockener Eiche. 

Abgang: Lang, trocken, süß und bitter. Stachelbeere und Grapefruit klingen mit dem Eichenholz nach.

Fazit: Ein schöner Vertreter der Bourbonfassgereiften Littlemills, aber jetzt auch kein überragender. 86/100 Punkte (2016)


Littlemill 1991-2015, 24 Jahre, 53% alc. Abfüller: Pearls of Scotland (Gordon & Company), Ausbau: Cask 114

Nase: Blumig und würzig zugleich, wirkt leicht parfümiert. Zarte Pfirsicharomen , Tulpen und Malz. Dahinter ein leichtes Aroma von Walnüssen in Sommerhonig, Sahnekaramell und Buttergebäck. Diese Gebäckaromen werden mit der Zeit stärker, sie enthalten etwas Vanillin sowie Zuckerrübensirup. 

Gaumen: Sehr fruchtig, Pfirsiche sowie unreife Aprikosen, etwas grüne Banane, gefolgt von viel Malz. Danach Shortbread, Gewürznelken und leicht pfeffrige Eichenholzaromen, Bitterkaramell und noch mehr Pfeffer. 

Abgang: Sehr lang und mit viel Holz, pfeffriger Eiche, Karamell und etwas Honig. Zudem Johannisbeeren in Milchschokolade sowie eine Spur Zimt. 

Fazit: Kommt nicht ganz an die Sherry- und Portweinreifungen von Hart Brothers heran, dennoch sehr empfehlenswert weil unverfälscht, typisches Bourbonfass. 86/100 Punkte (2016) Ich danke dem Importeur HEB für die Probe

 
 
 
 
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