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Aktuelle Empfehlungen 

Hier finden Sie meine aktuelle Empfehlungen.  Die Auswahl erfolgt nach persönlicher Bewertung, dabei wird aber auch die Verfügbarkeit berücksichtigt. In der Regel liegen die Marktpreise der hier vorgestellten Abfüllungen noch nicht im dreistelligen Bereich. Sortiert sind die Empfehlungen nach der Aktualität.

Glen Elgin 2009 - 2020, 11 Jahre, 58,1% alc. Abfüller: The Whisky Warehouse No. 8. Ausbau: Bourbonfass (Hogshead) Nr. W8 803148

Hintergrundbild: WW8

Nase: Weißbrot mit Apfelaufstrich und anschließend Vanillegebäck. Ich finde ein trockenes Getreidefeld und Zitronenkuchen, etwas Abrieb von einer Grapefruit und Birnenkompott. Die Süße ist deutlich, aber ausgewogen und passt sich wunderbar an. Die Äpfel kommen wieder, diesmal aber jung und knackig. Im Hintergrund vernehme ich Fudge, ganz zarten Holzrauch und etwas Eukalyptus.

Gaumen: Sehr süß und wahnsinnig viel Apfel und Birne, vom hohen Alkoholgehalt ist gar nichts zu spüren. Cremig kommt der Glen Elgin daher, wird schnell kräftiger und sehr malzig. Ich finde weiterhin Fudge und zarte Zitrusfrüchte, aber auch Milchkaffee und Mandelsplitter, Bananenschale, trockene Eiche und ganz zart Pfeffer und Zimt.

Abgang: Mittellang, süß und leicht würzig. Die Bitterkeit nimmt nun etwas zu, Kaffee, Marzipan und Eichenholz.

Fazit: Ein richtig tolles Bourbonfass, sehr empfehlenswert. Hier stimmt alles. 87/100 Punkte (2022)


Ardbeg TEN, 10 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbonfässer (Barrels)

Nase: Torf, Teer und Räucherlachs. Dazu Zitronenabrieb und Limettensaft, etwas Salz und Schinken, Kiesstrand. Es folgen Aromen von Holzkohle und Grillgut, besonders gegrillter Fisch und dazu leichte Fruchtsoßen mit Ananas. Der Schinken wird auf einmal knuspriger und fetter.

Gaumen: Intensiv rauchig, sehr kräftig. Viel Teerpappe und Meersalzwasser, Mandeln, Limette und Phenol, eingelegter Fisch. Dazu eine leichte Zitrussüße und Schokolade, zudem Kinderlakritz und gebratener Fenchel, zum Ende finde ich eine angenehme Prise bunten Pfeffer.

Abgang: Lang und viel Rauch, hier nun auch etwas Jod dabei, der Pfeffer wird stärker, dazu Fisch und Steaks vom Grill, außerdem etwas Senf, Milchkaffee und Anis.

Fazit: Den Ardbeg Ten habe ich eigentlich jedes Jahr im Haus, nun wurde es mal wieder Zeit den Whisky im Detail und konzentriert zu verkosten. In dieser Standardabfüllung liegt so viel Liebe und Qualität, besser geht es kaum. 89/100 Punkte (2022).


Balblair 15 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2020). Ausbau: Bourbonfässer und anschließend Nachreifung in spanischen Eichenholzfässern.

Hintergrundbild: whic.de

Nase: Im Antritt fruchtig und mit leichter Würze im Hintergrund. Erdbeeren, Äpfel, Ananas, unreife Banane, etwas Birne und Mango, Mirabellen. Dazu finde ich Milchschokolade, Menthol und eine zarte Mischung aus Pfeffer und Gewürznelken, etwas Lebkuchen und Roggenbrot.

Gaumen: Erst sehr fruchtig, zum Obst der Nase kommen noch Orangen und rote Johannisbeeren, eine angenehme Säue breitet sich im Mundraum aus. Dazu wieder Schokolade und auch ein wenig Nougat, zum Abschluss gesellen sich noch Zimtlikör und trockenes Eichenholz.

Abgang: Lang, auch hier mit viel Zimt. Dazu kandierter Ingwer, etwas schwarzer Pfeffer und Orangenmarmelade.

Fazit: Ein richtig guter Balblair mit einer zunehmenden Gewürzkomponente, eine Abfüllung die sich sowohl als daily dram als auch für längere Beschäftigung eignet. 85/100 Punkte (2022)


Aberfeldy 18 Jahre, Batch 2921, 43% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbonfässer, Nachreifung für 4-5 Monate in französischen Rotweinfässern

Nase: Verschlossen und ruhig, dieser Aberfeldy versteckt sich ein wenig und möchte sich in den ersten Minuten nicht finden lassen. Langsam taut er aromatisch auf und kommt mit einer ziemlich cremigen Süße daher. Waldhonig und Bienenwachs fallen mir auf, zudem gebrannte Mandeln und Pistazien, im Hintergrund ganz zart Mandarinen und Pfirsich. Ich erahne noch etwas Milchschokolade und Kaffee, erstaunlich dezent für ein Rotwein-Finish.

Gaumen: Kräftig und bitter. Blutorangen, Karamell und Mandelsplitter, Sauerkirschen kommen mit Muskat und Pfeffer, entfernt auch ein wenig Zimt. Was die Nase noch versteckte kommt nun doppelt so stark zur Geltung. Ich schmecke zudem einige erdige Aromen und verschiedene Küchenkräuter, Espresso.

Abgang: Mittellang und wieder viel eleganter als auf dem Gaumen, der Honig kommt langsam zurück und der Abgang wird mit ihm angenehm süß und cremig. Dazu weiterhin eine leicht würzige Bitterkeit.

Fazit: Etwas unausgewogen würden die einen sagen, komplex und spannend die anderen. Ich zähle mich dabei zu den letzteren, mir gefällt er wirklich gut. Die Bitterkeit auf dem Gaumen wird wohl einigen Genießern nicht zusagen, probieren sollte man ihn aber auf jeden Fall. 85/100 Punkte (2022).


Old Pulteney 15 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2021, Batch 10/2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Bananenbrei mit Minze und Roggenbrot, so der erste Eindruck. Dazu Kokos, Äpfel und frisch gepflückte Brombeeren, Aprikosen sowie etwas Honig und Karamell. Süß und angenehm frisch. Nach etwas Zeit kommen Milchschokolade und Lebkuchengewürze auf, auch ein wenig Salzwasser ist nun zu erkennen.

Gaumen: Orangenmarmelade und maritime Meersalzarmen, Eichenholz und leichtes Lakritz. Die Orangennoten nehmen noch einmal kräftig Fahrt auf, dann kommen Datteln, Schokolade und Schwarztee dazu.

Abgang: Mittellang bis lang, kandierte Orangen neben Gewürznelken und Milchschokolade, etwas Leder, Zimt und Eiche.

Fazit: Der Pulteney scheint ungefärbt zu sein und auch farblich unterscheiden sich die verschiedenen Batches stark, dieses hier wird von Sherryfässern dominiert, was dem Whisky aber auch wirklich liegt. Der maritime Charakter scheint immer mal wieder durch, insgesamt ein richtig starker Whisky. 88/100 Punkte (2022)


Tamdhu 15 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Sherryfässer

Nase: Gebackener Pflaumenkuchen, Bratapfel und leicht säuerliche Johannisbeeren. Dahinter kommen Orangenabrieb und etwas Mango neben buttrigem Karamell sowie einer angenehmen Gewürzmischung. Anis, Muskat und insbesondere Zimt kann ich finden, im Hintergrund halten sich ganz entfernt etwas Schokolade und Meersalz.

Gaumen: Aprikosenmarmelade, Erdbeeren und Pflaumen, die Gewürze werden deutlich kräftiger und auch eine angenehme Bitterkeit kommt dazu. Grapefruit, Mandeln und Pfeffer, dann Muskat und nur nur ganz entfernt Zimt. Es folgen rote Paprika und eine leichte Schärfe, der Tamdhu wird dann trockener und die Eiche kommt gut zur Geltung.

Abgang: Mittellang bis lang, die Aromen werden trocken. Leicht angetrocknete Orange, Aprikosen und Vanillekekse, Eichenholz und Kakaopulver.

Fazit: Aus meiner Sicht ein herrlicher Sherrywhisky mit einer wunderbar fruchtigen Nase sowie spannender Vielfalt auf dem Gaumen. Tolle Fässer, tolles Batch. 87/100 (2022)

 
 
 
 
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