notesofmalt - whiskyblog
tastingsnotes

Aktuelle Empfehlungen 

Hier finden Sie meine aktuelle Empfehlungen.  Die Auswahl erfolgt nach persönlicher Bewertung, dabei wird aber auch die Verfügbarkeit berücksichtigt. In der Regel liegen die Marktpreise der hier vorgestellten Abfüllungen noch nicht im dreistelligen Bereich. Sortiert sind die Empfehlungen nach der Aktualität.

November 2021

Benromach Peat Smoke 2012 - 2021, Sherry Cask Matured. 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Sherryfässer (first fill, hogsheads).

Nase: Stark rauchig, gleichzeitig wunderbar fruchtig und würzig. Der Rauch startet mit mineralischen und ganz leicht maritimen Aromen, etwas geräucherter Fisch, Lagerfeuer und Strandgut. Dazu Lösungsmittel und Paprika, gegrilltes Fleisch mit süßer BBQ-Sauce. Dahinter finde ich dann Chili in dunkler Schokolade. Trotz der 55ppm Torfrauch im Malz erschlägt der Rauch nicht die anderen Aromen, vielmehr wird der Benromach-Charakter noch einmal verstärkt.

Gaumen: Ölig, erdig und viel Torfrauch. Trockenfleisch, Pfeffer und eine ordentliche Portion Eichenholz. Die Süße ist nicht mehr ganz so stark wie in der Nase, dafür kommen Leder, Tabak, Malz und Mandeln zum Vorschein. Die Paprika kommt zusammen mit der Chili-Schokolade wieder, außerdem etwas Orangenmarmelade, Ingwer und Muskat, ganz entfernt Zimt.

Abgang: Lang und wärmend, hier dominiert nun der Rauch. Dahinter entdecke ich noch einmal Trockenfrüchte, Pfeffer und Ingwer.

Fazit: Ich musste mir 40 Minuten Zeit nehmen und diesen Benromach immer wieder atmen lassen, es hat sich gelohnt. Ein wunderbar komplexer Single Malt, der wirklich viel zum Entdecken anbietet. 89/100 Punkte (2021)


Clonakilty Crossroads Imperial Stout Cask Finish, Batch Crsrds#001, 57,2% 57,2% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bourbonfässer, Nachreifung in Imperial-Stout-Fässern von Crossroads

Typ: Single Malt Whiskey

Nase: Zurückhaltend mit einigen Getreidearomen. Roggenbrot fällt mir auf, Röstmalz kommt hinterher. Außerdem einiges an leichter Bitterschokolade mit Mandelsplittern. Außerdem eine Mischung aus Zitrusfrüchten, Trauben und Vanille, im Hintergrund milde Gewürze. Der Alkohol ist gut eingebunden, kann sich aber auch nicht ganz verstecken.

Abgang: Sehr lang und sehr wärmend, weiterhin sehr würzig mit viel Eichenholz, Trauben und Stachelbeeren, Kakao und Milchkaffee.

Fazit: Viele Nachreifungen in Bierfässern sind bisher bei mir durchgefallen, dieser hier nicht. Der kraftvolle Antritt in Fassstärke wirkt kurz mal chaotisch auf dem Gaumen, ist aber wirklich schön. Ich empfehle auf Wasser zu verzichten, gönn dir die volle Breitseite. 85/100 Punkte (2021)


Glenlivet 18 Jahre „Batch Reserve“, 40% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Samtig weich und fruchtig, kommt sehr elegant daher. Apfelkuchen, Kirschen und Karamell. Zudem getrocknete Aprikose und Pfirsich. Dahinter folgen zarte Eichenholzaromen mit milden Gewürzen, darunter ein wenig Muskat und ganz entfernt ein Hauch Zimt, Malzzucker und Honig.

Gaumen: Fruchtig geht es weiter. Orangen und Aprikosen, etwas Schwarztee und Rosinen. Hier auf dem Gaumen kommt nun das Alter mit dem Eichenholz stärker zu tragen, die Gewürze werden ein wenig kräftiger und bitterer.

Abgang: Lang und leicht trocken. Hier kommen noch einmal die Rosinen auf, dazu etwas Schokolade und Orangen. Die milde Bitterkeit der Eiche hält lange an.

Fazit: Dieser Glenlivet tritt ähnlich auf wie seine jüngeren Geschwister, die Gewürze und das Eichenholz stehen jedoch viel stärker im Vordergrund, ohne zu überfordern. Auch hier haben wieder einen sehr eleganten und rundum harmonischen Single Malt. 85/100 Punkte (2021)


Tomintoul 16 Jahre, 40% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer

Nase: Wildblumenwiese, Heu und elegante Orangenaromen. Dazu kommt Mandarinenschale, auch das Malz ist dezent da. Die Süße wird dicker, Orangenmarmelade und ein hauch gezuckerte Äpfel. Im Hintergrund hält sich grüner Tee.

Gaumen: Würzig und fruchtig, wieder die Orangenmarmelade, dazu ein Spritzer Zitronensaft. Getragen werden die Fruchtaromen von Zimt und Pfeffer, ganz wenig Ingwer und ein Hauch Hauch Nougat in dunkler Schokolade.

Abgang: Sehr lang, Shortbread mit Orangenmarmelade und Gewürzen. Zum Ende hin bleiben Kakao und Espresso sowie ein wenig Pfeffer.

Fazit: Harmonisch rund, die Gewürze ergänzen den fruchtigen Charakter. 2014 hatte ich schon mal einen 16-Jährigen Tomintoul, heute ist er deutlich runder. 84/100 Punkte (2021).


The Temple Bar, 14 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung. Ausbau: 13 Jahre im Bourbonfass, 1 Jahr Nachreifung im argentinischen Malbec-Weinfass der Bodega Bianchi

Typ: Single Malt Whiskey

Nase: Wunderbar reif, ausgewogen zwischen fruchtig und würzig. Johannisbeeren und Weintrauben, ein wenig milder Apfel und klare Würze. Etwas Holzrauch, Pfeffer und Kakao, frisch gesägte Eiche, eine ganz milde Spur Zimt im Hintergrund. Das Kakaoaroma wird mit etwas Zeit milder und erinnert eher an sahnigen Schokoladenpudding.

Gaumen: Weniger Frucht und deutlich mehr Würze. Der Schokoladenpudding ist sofort wieder da, dazu leichte Vanillesauce, Brombeeren und Blaubeeren. Pfeffer und Zimt werden stärker, Rosinen gesellen sich dazu. Die Aromen schwanken immer wieder, bleiben aber im Kern reif und würzig.

Abgang: Sehr lang und würzig, Zimt und Pfeffer halten sich zusammen mit Karamell.

Fazit: Bei Nachreifungen im Weinfass bin ich ja schon immer skeptisch, hier hat es wunderbar funktioniert. Nicht überlagert, passen die würzigeren Weinfassaromen perfekt in den Ausgangswhiskey und ergeben einen vollmundigen Genuss, sehr gut gemacht! 87/100 Punkte (2021). Ich danke Irisch-whiskeys.de für die Probe.


Glasgow 1770 Peated - Rich & Smoky, 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Neue Eichenholzfässer und Nachreifung in Sherryfässern

Nase: Klare Sherryaromen neben Rauch. Sehr süß und ziemlich dick aufgetragen. Brombeeren, Datteln und Heidelbeermarmelade, dazu Grill- und Räucheraromen. Torf, Schinken, Lakritz und ein wenig Orangenabrieb, etwas Kakao. Im Hintergrund hält sich mild Lavendel.

Gaumen: Weich, etwas ölig. Getrocknete Aprikosen, milder Pfeffer ohne viel Schärfe, würzige Eiche mit etwas Muskat. Außerdem einiges an Heidekraut und Torfrauch, ein wenig Thymian-Hustensaft und wieder Lakritz, zum Ende hin verschiedene Pfeifentabake.

Abgang: Mittellang bis lang, sehr viel Rauch und Süße. Süße Kirschen zusammen mit BBQ und Ingwer, etwas Teer und Kakao.

Fazit: Richtig toller Whisky, die Kombination aus Rauch und Sherryfass passt wunderbar. Bitte mehr von dieser Qualität! 86/100 Punkte (2021)


Kilchoman Machir Bay, 46% alc. Originalabfüllung (2021). Ausbau: Bourbon- und Sherryfässer. Malz mit 50ppm getorft.

Nase: Viel Torfrauch, süßlich und mit viel Vanille sowie Zitrusfrüchten. Es folgen Fudge und Karamell, danach weicht die Süße und der Rauch kommt zurück, diesmal deutlich medizinischer, aber auch etwas frische Kaminasche ist dabei.

Gaumen: Starker Antritt, Süße gepaart mit viel Rauch, die Zitrusfrüchte nur noch im Hintergrund. Dafür Malz, Honig und Asche, etwas Karamell und minimal Ahornsirup. Marzipan in Torfrauch.

Abgang: Lang, rauchig und weiterhin süß. Blutorangen, Grapefruit, verbranntes Karamell und Asche.

Fazit: Jung und ungestüm, ein schöner Islay-Malt mit einer wunderbaren Mischung aus Süße und Rauch. Gut gemacht. 84/100 Punkte (2021) 


Thousand Mountains Mc Raven Single Malt Whisky Cask Strength, 2018 - 2021, 3 Jahre, 59,6% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Rotweinfässer und Nachreifung in Bourbonfässern.

Nase: Vom Alkohol keine Spur, wunderbar eingebunden. Startet wie die Abfüllung in Trinkstärke. Malz und Esskastanien, dazu Vanille, Toffee sowie Marzipan. Einiges an milden Schokoladenaromen, Pfeffer und eine Spur Chili, trockene Eichenhölzer. Im Hintergrund ein wenig Sandelholz und Rosinen, Pflaumenmus mit Zimt.

Gaumen: Sehr süß und kräftig, wird dann schärfer und würziger. Startet mit Traubengelee und Honig, dazu Malz und Vanillekekse, etwas Zimt. Dann sehr viel trockene Eiche, Gewürznelken und eine Mischung aus Chili, Meersalz und buntem Pfeffer.

Abgang: Sehr lang und wärmend, weiterhin wie auf dem Gaumen, süß und pfeffrig scharf, aber ohne alkoholisch zu wirken. Auf den Lippen bleibt ein angenehmes Chiliaroma zurück.

Fazit: Wer auf Chili-Schärfe im Whisky steht ist hier genau richtig. Komplex aber nicht überfrachtet, gerne mehr davon. 84/100 Punkte (2021)

Oktober 2021

Mackmyra Svensk Rök, 46,1% alc. Originalabfüllung. Ausbau: schwedisches Eichenholz. Typ: Single Malt Whisky

Nase: Der Rauch ist sofort präsent, wirkt allerdings sehr cremig. Feuchte Erde, Nadelwald und Vanille. Ein wenig Heu und viele Kräuter, Salzlakritz, Honig und sogar ein wenig Schokolade.

Gaumen: Sehr würzig, viel Erde und verschiedenste Kräuter. Hier ist nun das erste Mal auch der Wacholder spürbar. Zudem Anis, Minze und etwas Salmiak. Ein wenig Latakia Tabak sowie Meersalz in Schokolade. Zudem halten sich die ganze Zeit Zitrusfrüchte im Hintergrund.

Abgang: Mittellang bis lang, würzig. Macht weiter wie auf dem Gaumen, mehr Minze und dazu kommt ein mildes Pfefferaroma.

Fazit: Dieser Mackmyra hat mir richtig gut gefallen. Der Rauch bringt Tiefe und etwas Komplexität mit sich, trotzdem verliert er nie seinen roten Faden. Richtig schöner Single Malt aus Schweden. 85/100 Punkte (2021)


Glencadam 15 Jahre, 46% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bourbonfässer

Nase: Birnenbonbons und Blumenwiese, ein Hauch Vanille und einiges an Bienenwachs. Dazu Buttergebäck und Meersalz, Malz. Außerdem getrocknete Aprikosen und etwas Pfirsich, Litschi und Kokosfett. Insgesamt süß und ausgewogen, im Hintergrund ganz milder Holzrauch.

Gaumen: Sehr süß und einiges an Zitrusfrüchte, Ananas und Kokos, Pomelo und Pfirsich, viel Frucht. Gleichzeitig kommt Würze auf, Ingwer und Pfeffer, viel Eiche, leicht bitteres Karamell, Kerzenwachs und Marzipan.

Abgang: Lang, leicht trocken. Weiterhin fruchtig süß, einiges an Malz, gesalzene Schokolade, Ingwer und eine Spur Zimt.

Fazit: Ein wunderbarer Single Malt von Glencadam, ausgewogen zwischen Harmonie und Komplexität. Bravo. 88/100 Punkte (2021) 


Ledaig 2010 - 2020, 9 Jahre, 59,2% alc. Abfüller: Earlskine. Ausbau: Sherryfass

Nase: Unverkennbar ein Ledaig. Viel Torfrauch gepaart mit Kuhstall, verdrecktes Stroh, angebrannte Gräser. Kross gebratener Speck, verschiedene rote Grillsaucen und im Hintergrund fruchtige Birnen und Zitrusaromen. Außerdem durchgehend eine kühle Frische, wie von Eisbonbons.

Gaumen: Wie erwartet sehr kräftig, viel Malz und Röstaromen, verbrannter Pizzateig. Zudem einiges an Schinken und Bauchspeck, gefolgt von etwas schärferen Gewürzen. Pfeffer, etwas Ingwer, Kaffeebohnen, eine milde Spur Kakao, Johannisbeeren.

Abgang: Sehr lang, prickelnd und mit voller Betonung auf Rauch und Pfeffer. Hier kommt auch der muffige Kuhstall wieder stärker zum Vorschein. Zudem etwas Pfeifentabak.

Fazit: Jung, sehr rauchig, stürmisch und in Fassstärke. Das Sherryfass hat jedoch noch nicht viel Einfluss auf den Whisky genommen, was wiederum dem rauchig/muffigen Ledaig-Charakter mehr Platz lässt. Empfehlenswerte Abfüllung. 86/100 Punkte (2021) - zu erwerben direkt beim Abfüller hier


St. Kilian Signature Edition Eight (peated, rauchig), 3 Jahre. 53,8% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Rye-Fässer 43%, Bourbonfässer 27 Fässer, Rioja-Fässer 19%, Pfälzer Eiche 9%, 2% Akazie.

Nase: Kalter medizinischer Rauch, etwas Jod und Stockfisch, Asche und Ruß. Sobald der Rauch sich etwas gelegt hat, kommen deutlich fruchtigere Aromen zum Vorschein. Ahornsirup und Malz, Johannisbeeren, ein wenig Erdbeermarmelade. Außerdem Karamell und im Hintergrund ganz verhalten Vanille.

Gaumen: Der Rauch dominiert, gibt sich aber ganz anders als in der Nase, viel fleischiger. Bacon, Grillfleisch, süße Marinade. Außerdem einiges an Honig und milde Karamellaromen, eine zarte Spur bunter Pfeffer. Dazu hintergründig entfernt Zitrusfrüchte.

Abgang: Lang und wärmend, weiterhin mit der Betonung auf Rauch, dazu etwas Ingwer und Zimt.

Fazit: Blind hätte ich jetzt gesagt, hier würde es sich um einen herrlichen Islay-Whisky handeln. Nein, der hier kommt wirklich aus Deutschland. Nur das rauchige Gerstenmalz wird direkt aus Schottland importiert, was definitiv kein Fehler ist. 87/100 Punkte (2021). Ich danke der Brennerei für die Probe. - ca. 50 € im Fachhandel


Teaninich 2009 - 2019, 10 Jahre, 55,1% alc. Abfüller: WM Cadenhead (Small Batch). Ausbau: Bourbon Hogshead

Nase: Getreide, Haferbrei und Malz. Der Haferbrei ist im Topf etwas angebrannt. Dazu Gräser, Heu, leicht säuerliche Fruchtaromen von Mandarine und Kiwi, ganz leicht Orange.

Gaumen: Fruchtig und stark im Antritt, schön komplex. Einerseits wieder Mandarine, Kiwi und Apfel, etwas Zitronensaft, andererseits verschiedene Kräuter, etwas Menthol. Zudem kommen auch die Getreidearomen wieder, Malz, Haferkekse und Karamell.

Abgang: Sehr lang, viel Malz und etwas Karamell, hier kommt das Eichenholz kräftig zum Vorschein und hinterlässt eine leicht prickelnde Bitterkeit.

Fazit: Teaninich habe ich viel zu selten im Glas, leider. Ein richtig toller Vertreter der Highlands. Fruchtig, kräftig und komplex. Bei dieser Abfüllung solltest du auf Wasser verzichten, zwar entfaltet sich der Whisky in der Nase etwas einfacher, auf dem Gaumen wird er aber flacher. Schönes Teil. 87/100 Punkte (2021). Ich danke dem Cadenhead’s in Köln für die Probe und dem Cadenhead’s in Berlin für die Gelegenheit des Fotos.


Glen Grant 2009 - 2021, 12 Jahre, 63,3% alc. Abfüller: WM Cadenhead (Authentic Collection). Ausbau: Sherry Butt

Nase: Dieser Glen Grant braucht erst einmal ein paar Minuten Luft, danach erschließen sich angenehme Fruchtaromen und blumige Noten einer trockenen Sommerwiese. Knackige Äpfel, getrocknete Aprikosen, Pfeffer und eine leichte Spur Gewürznelken. Der Whisky wirkt ein wenig verschlossen. Mit der Zeit kommen Nüsse hinzu, Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse in Schokolade.

Gaumen: Sehr süßer und fruchtiger Antritt. Viel Apfel und etwas unreife Kiwi, Haselnüsse. Das Sherryfass wird deutlich präsenter. Rosinen und milde Datteln fallen mir auf, dazu milde Milchschokolade, Ingwerstäbchen.

Abgang: Lang und wärmend, prickelnd und leicht trocken. Die Fruchtaromen tragen den Abgang, dazu wird der Glen Grant deutlich würziger. Ingwer, bunter Pfeffer, Nüsse und eine Spur Zimt finden sich im Abgang. Hält lange an.

Fazit: Trotz der hohen Fassstärke ist der Alkohol erstaunlich gut eingebunden, fast schon zu gut, zeigt sich die Nase doch etwas verschlossen. Gaumen und Abgang sind herrlich, schöne Abfüllung. 83/100 Punkte (verkostet 2021). Ich danke dem Cadenhead’s in Köln für die Probe.

Hogshead Blended Malt, 43% alc. Signatory Vintage

Nase: Überraschend viel Torfrauch, nur 33% Islay? Das riecht nach mehr. Lagerfeuer, Holzkohle, Torf und gleich dahinter süße Furchtaromen. Mango, Kiwi und getrocknete Aprikosen. Es folgen Walnüsse, frisch gefällte Tanne und etwas Schokolade.

Gaumen: Süß und cremig, einiges an Torfrauch und dahinter direkt Vanillefudge mit Malz, Apfelnoten. Etwas Pfeffer gesellt sich dazu, wird trockener und ganz zart salzig. Karamell und gesalzenes Popcorn.

Abgang: Mittellang bis lang, einfach, leicht trocken. Das süße Raucharoma bleibt noch lange zurück, dazu Bitterkeit von Kakao und Espresso.

Fazit: Eine schöne Komposition, nicht sonderlich komplex, aber ein sehr guter Malt. Der Islay-Whisky muss wohl sehr rauchig gewesen sein oder man hat hier noch einmal einen Anteil des eigenen Ballechin verwendet. Außerdem zeigen Aromen und Farbe einige Sherryfässer, zumindest ist der Whisky laut Angaben nicht gefärbt. Für den aufgerufenen Preis von ca. 35 € erhält man einen klasse Malt-Whisky. 84/100 Punkte (2021)


Säntis Malt Edition Dreifaltigkeit, 52% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Bierfässer (Eichenholz)

Nase: Ui, sehr speziell. Ein wahnsinnig tiefes Räucheraroma, extrem viel Buchenholzrauch, geräucherter Aal. Es braucht Zeit um die Aromen dahinter zu entdecken. Frisch gesägte Hölzer, Möbelpolitur, Schwarzbier und Kaminfeuer, etwa Speck.

Gaumen: Fleischig und kräftig. Geräucherte Salami, Schinkenknacker, Räucherfisch und Röstmalz. Süße Marinade mit viel Honig, Karamell, etwas Anis, Estragon.

Abgang: Lang und wärmend, erstaunlich cremig. Weiterhin mit den Aromen der Nase und des Gaumens.

Fazit: Spannend, richtig spannend und alles andere als ein einfach zu genießender Whisky. Die Aromen sind teilweise derart stark konzentriert, dass es wirklich eine Herausforderung ist, seine Komplexität zu entdecken. Auf jeden Fall hat mir diese Abfüllung einiges an Spaß bereitet. 85/100 Punkte (2021). Ich danke der Brennerei für die Probe. 


Benromach 10 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung (ca. 2020)

Nase: Eine mildrauchige Torfnote fällt mir zuerst auf, leicht fruchtig. Dazu feuchtes Heu, Blumenwiese nach Starkregen. Holzpolitur, Lösungsmittel, aromatisierter Pfeifentabak. Mit etwas Zeit mehr Malz und Zedernholz, getrocknete Erdbeeren, überreife Brombeeren.

Gaumen: Trocken mit mehr Rauch als in der Nase. Leichtes Salmiak-Lakritz, vielleicht ein wenig Anis. Dazu fleischige Aromen, Bitterschokolade und milde Zimtschärfe. Die Fruchtaromen der Nase sind noch da, aber halten sich stärker im Hintergrund.

Abgang: Mittellang bis lang, erst cremig und dann schnell salzig trocken, leicht würzig. Der Torfrauch prägt den Abgang, dazu getrocknete Früchte und Holzaromen, Malz sowie Zigarrentabak.

Fazit: Unheimlich spannend und vielschichtig, für das Alter genial komplex und zwar ohne zu überfordern. Hier gibt es eine klare Kaufempfehlung meinerseits. 87/100 Punkte (verkostet 2021) Ca. 40 €

 
 
 
 
E-Mail
Infos
Instagram