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Hier finden Sie alle verkosteten Abfüllungen von Rosebank

Die Geschichte der Lowland-Brennerei Rosebank war von Schicksalsschlägen geprägt. 1968 wurde erst die Mälzerei geschlossen und abgerissen, 1993 ist dann der Betrieb komplett stillgelegt worden. Derzeit ist eine Wiedereröffnung für 2022 geplant, der erste neue Single Malt kommt somit frühestens 2025.

Rosebank 1988 - 1997, 40% alc. Gordon & MacPhail (Connoisseurs Choice)

Nase: Oh, wunderschön fruchtig, aber alles ein wenig überreif. Mürbe Äpfel, Himbeermarmelade, ein paar matschige Brombeeren. Außerdem einiges an feuchten Kelleraromen, mit der Süße wirkt das sogar richtig harmonisch. Etwas milde Banane, ein Hauch Papaya, feuchtes Heu.

Gaumen: Eistee mit Pfirsichgeschmack, milde Gewürzaromen und der Alkohol bringt eine Spur Pfeffer mit. Dazu wieder Äpfel, diesmal aber noch nicht ganz so reif. 

Abgang: Kurz, die Süße klingt schnell ab. Pfeffer kommt auf, Ingwer folgt. Hier zeigt sich nun auch der Alkohol klar und deutlich. 

Fazit. Die Nase ist ein Traum, wunderschön und spannend. Wirkt dieser Rosebank anfangs etwas flach, braucht es ein paar Minuten, bis er sich voll entfaltet. Der Gaumen schlägt dann eine würzigere Richtung an, der Abgang ist eher enttäuschend und kann nicht mithalten. 80/100 Punkte (verkostet 2021)


Rosebank 1990-2004, 14 Jahre, 58,8% alc. Abfüller: Gordon & MacPhail (Reserve). Ausbau: "Oak Cask No 494"

Nase: Starke Zitrusfrucht, Orangen, Limetten, Grapefruits, Pfirsich. Dahinter folgen kräftiges Malz und ein leichter Duft von Heu. Wirkt leicht trocken. Frisch gesägtes Eichenholz und mit Morgentau belegte Wiese, etwas Kerzenwachs und Toffee. Komplex. 

Gaumen: Ähnelt der Nase, aber etwas einfacher und mit mehr Zitrusfrucht, dabei zudem ziemlich süß. Der Alkohol ist präsent. Zitronensaft und Zuckerwatte mit leichtem Einschlag von Gewürzen und trockener Eiche. 

Abgang: Trockener und würziger als der Gaumen, sehr langer Abgang. Mit würziger Eiche ohne jede Bitterkeit, daneben Malzzucker. 

Fazit: Rosebank in Fassstärke und deutlich mehr als nur mildes Gras mit Zitrusfrüchten - ich bin wirklich begeistert! 90 / 100 Punkte (2015)  Ich danke Maic Kraft für das Foto!


Rosebank 1991-2004, 13 Jahre, 46% alc. Abfüller: Douglas McGibbon (McGibbon's Provenance). Ausbau: unbekannt - Cask DMG 1223

Nase: Ölig und voll im Aroma, Nüsse und Trockenfrüchte kommen auf. Dazu komplexere Zitrusfrüchte, Toffee und Vanille. Es folgt etwas grasiges, Heuwiese. Im Hintergrund halten sich saftige Aprikosen. 

Gaumen: Malz, blumig und fruchtig. Wieder die Aprikose und dazu ein wenig Grapefruit und Johannisbeeren. Das Malz wird stärker, erinnert jetzt an sehr süßes Malzbier und Malzzucker. Insgesamt jedoch eher mild auf dem Gaumen. 

Abgang: Sehr lang aber nicht bitter, das Eichenholz blitzt nur ein wenig auf, wirkt trocken. Immer noch reines Malz (aber weniger süß). Sehr klare Linie.

Fazit: Herrlicher Rosebank. Mild und klar, dennoch komplex. 88/100 Punkte (2015) Ich danke Maic Kraft für das Foto! 


Rosebank 1991-2007, 16 Jahre, 40% alc. Gordon & MacPhail (CC), Ausbau: Refill Sherry Hogshead

Nase: Leicht und mild fruchtig, grasig. Aromen von Blumenwiese kommen auf, es folgen Zitrusfrüchte. Grapefruit und Limetten. Dieser erste Eindruck paart sich mit süßlichen Noten von Malz und Weizen. 

Gaumen: Malzig und süß, sehr viel Getreide und grasige Aromen. Die Zitrusfrüchte kehren wieder. Die Eiche ist noch nicht tief, aber spürbar mit einer leicht bitteren Würze. Insgesamt einfach und süffig. 

Abgang: Mittellang bis lang, sehr trocken und viel Getreide. Die Zitrusfrucht ist nun fast weg, Malz und Eichenholz dafür umso stärker.

Fazit: Mild und angenehm, ein typischer Single Malt aus den Lowlands. Leider nur wenig komplex. 82/100 Punkte (2015, 2020)




 
 
 
 
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