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Bruichladdich / Port Charlotte / Octomore

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Bruichladdich 10 Jahre, 43% alc. Originalabfüllung (1980er Jahre). Ausbau: unbekannt

Nase: Tropische Früchte fallen mir auf, ein wenig Ananas und sehr viel Honigmelone. Dazu milde Pfirsicharomen, ganz wenig Malz und eine Brise salzige Seeluft. Dahinter finden sich noch Haferkekse mit Vanille.

Gaumen: Fruchtig und zugleich sehr trocken. Honigwaben und Buttergebäck, Hafer und Karamell, Müsli. Alles viel kräftiger und konzentrierter als in der Nase. Dazu Austern und Meersalz.

Abgang: Mittellang, macht weiter wie auf dem Gaumen, angenehm süß und trocken.

Fazit: Herrlicher Bruichladdich vom alten Schlag. Wunderbar ausgewogen zwischen Frucht und Meersalz. 86/100 Punkte (2021)


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Bruichladdich Rocks (ca. 2010) 46% alc. Ausbau Bourbonfässern, Nachreifung in Grenache Weinfässern.

Nase: Trauben, Himbeeren und Äpfel (Pink Lady), geröstetes Malz lässt Assoziationen zu fruchtigen Schwarzbieren aufkommen. Die Bourbonfässer hinterlassen eine Spur Vanille. 

Geschmack: Eiche - da ist das Weinfass. Rote Früchte, Waldbeeren und Gewürze, vielleicht Nelken? Das Malz ist deutlich spürbar. 

Abgang: Noch im Magen wärmend, mittellang bis lang. 

Fazit: Toller "Vintage", kreiert von Jim McEwan. Weinfinishes können schnell daneben gehen. Dieser "Laddie" spielt definitiv in der ersten Liga! 86/100 Punkte (verkostet 2011)


Bruichladdich 1986-2004, 17 Jahre, "Baraille", 54,4% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Sherryfass (First Fill) 

Nase: Dreckiger und kantiger Sherry mit Alkohol, das Glas lasse ich erst mal ein paar Minuten stehen. Nach kurzer Zeit beruhigt sich der Malt, von den alkoholischen Kanten ist kaum etwas übrig. Aromatischer Sherry, Karamell und Rosinen steigen aus dem Glas auf, dazu Trockenfrüchte wie Aprikosen und Datteln, dann sehr starke Gewürze (Zimt, Gewürznelken, Muskat und ein Hauch Pfeffer). Er erinnert von der Süße her an Sirup, dazu mischen sich hölzerne Aromen und Harz. 

Gaumen: Cremig und mit sehr starken Trockenfrüchten und würziger Eiche, leicht bitter. Dazu eine Frische, wie sie von Menthol oder Minze kommt. Dahinter folgen Nüsse und Malz, die Gewürze der Nase erscheinen schwächer. 

Abgang: Mittellang bis lang, anfangs cremig (mit den Trockenfrüchten und Sirup) wird der Bruichladdich schnell würziger und nimmt eine starke Eichenholznote an, die gemeinsam mit dem Aroma von Johannisbeeren noch wenig verweilt. 

Fazit: Richtig schönes Teil, die kräftigen Sherry- und Eichenholzaromen muss man jedoch mögen. 87/100 Punkte (2015) Ich danke Marcus Oelgenmöller für Probe und Foto!


Bruichladdich Valinch 1994-2013, 18 Jahre, 57% alc. Originalabfüllung. Ausbau: Guyana Rum Cask, Fassnr. 5. Besonderheit: Limitiert auf 290 Flaschen

Nase: Maritim und süß, dazu eine starke Würze. Meerwasser, Kalksandstein und Kies, dahinter getrocknete Pflaumen, Rosinen und Melasse, schöne Mischung. Im Hintergrund hält sich etwas grüner Pfeffer und einiges an Gewürznelken, auch Ingwer und Zimt kommen auf. Zudem schwingt eine gute Portion Eichenholz mit, welches sehr trocken daher kommt. 

Gaumen: Hier kommt der Rum viel stärker durch, dazu sehr viel Zimt, Rosinen, kandierter Ingwer, Eichenholz und eine angenehm leichte Torfrauchnote. Die Frucht spitz sich etwas zu und erinnert ganz entfernt an Süßkirsche. 

Abgang: Sehr lang, extrem lang und stark würzig. Viel Eiche, leicht bitteres Karamell, trockene Früchte, Meersalz und Tabak.

Fazit: Vielschichtig und eigen, toller Bruichladdich. 87/100 Punkte (2016) Ich danke Peat Head für die Probe


Bruichladdich 1998 - 2011, 12 Jahre, Originalabfüllung für die Hanseatische Weinhandelsgesellschaft Bremen, 44,8% alc., aus der Micro-Provenance Serie, zweieinhalb Jahre im Oloroso-Fass nachgereift, Cask 001.

Nase: Most, Weintrauben und Alkohol, Vanille und etwas "Küste" (Brack, Salz), dazu die Süße von Gummibärchen. 

Gaumen: Säuerlich, etwas alkoholisch, bittere Grapefruit, etwas trocken und pfeffrige Schärfe, Vanille. Von der Eiche ist noch nichts zu spüren. 

Abgang: Nicht sehr lang, etwas Würze und Pfeffer bleiben im Nachhall. 

Fazit: Fast 10 Jahre im Bourbonfass, den Rest im Oloroso. Gefällt er mir? Schwierig. Leicht zu trinken ist er nicht. Die säuerlich Noten auf dem Gaumen sind nicht gravierend, stören aber. Hätte man den lieber noch ein paar Jahre im Fass gelassen, denn der Alkohol ist trotz Trinkstärke nicht sehr gut eingebunden. Einzig allein die Nase weiß mich wirklich zu überzeugen. 76/100 Punkten (2013)


Bruichladdich 2003 "Port Cask", 7 Jahre, Originalabfüllung, 46% alc. Ausbau: Gesamte Reifung im Portweinfass

Nase: Er weiß nicht wohin er will. Neben dem (sofort fruchtigem) Antritt pressen sich Gewürzaromen und mineralische Noten. Brombeeren, Portwein, Meersalz, Sandstrand, Zimt und Nelken. Immer wieder versucht eine der Linien durchzukommen, wechseln sich ab, bleiben aber harmonisch nebeneinander. 

Gaumen: Ähnlich wie die Nase, aber weniger komplex. Sehr rund. Rote Früchte, leichte Bitternoten vom Eichenholz, etwas Zimt und ein Hauch Kakao. Trockener als die Nase vermuten ließ.

Abgang: Mittellang bis lang, viel süßer als auf dem Gaumen. Cremig, regt den Speichelfluss an. Im Abgang spiegelt sich das Profil von Nase und Gaumen sehr gut wieder, zum Ende hin bleibt das Eichenholz würzig / pfeffrig mit Zimt in Erinnerung. 

Fazit: Harmonisch und rund, ein meiner Meinung nach gelungener Laddie. 84/100 Punkte (2014). Ich danke Ron für das Foto und Daniel Buruck für das Sample!


Bruichladdich 2003-2015, 11 Jahre, 46% alc. Abfüller: whic.de Ausbau: Sherryfass Nr. 1333

Nase: Fruchtig und saftig einerseits, mineralische Untertöne andererseits. Erdbeeren, unreife Honigmelone und Stachelbeeren, etwas würzige Aprikosenmarmelade. Dazu Kies, Meerwasser, Pfeffer und ein Hauch feuchtes Zedernholz.

Gaumen: Kräftig und würzig, überraschend phenolische Torfrauchnote. Einiges an Meersalz, etwas Zimt und auch schon Eichenholzaromen, danach salzige Zartbitterschokolade und Walnuss.

Abgang: Lang, wieder etwas kräftiger. Mit Bitterkaramell, Chili und Pfeffer, zudem ein Hauch Banane.

Fazit: Jung und an manchen Stellen noch etwas unausgewogen, dafür mit schönem Torfraucharoma und einer leichten Schärfe. 85/100 Punkte (2015). Ich danke whic.de für Probe und Foto!


Bruichladdich 2005 - 2015, 10 Jahre. 65,2% alc. Abfüller: Rest & be Thankful Whisky Company. Ausbau: „Cadiz Cask“ (Weinanbauregion Cadiz, Spanien)

Nase: Herrlich, endlich mal wieder ein Schwefelwhisky. Schießpulver und Lokschuppen gehen mir durch den Kopf, der Geruch von Feuerwerk, Streichhölzer. Dazu feuchtes Herbstlaub, überreifer Pfirsich, sehr süß. Mit etwas Zeit kommen dahinter Erdbeermarmelade und Rhabarber.

Gaumen: Extrem kräftig, ein Schwergewicht und der Schwefel ist sofort wieder da, auf die Aromen dahinter muss man sich stark konzentrieren. Wieder Rhabarber, dazu Pfirsich und Stachelbeere, sehr süß. Außerdem schwingt etwas Kräuterartiges mit, sehr speziell.

Abgang: Mittellang bis lang, milder als vermutet. Aber dafür noch mal mit einer fruchtig/süßlichen Schwefelnote, Streichhölzern und mineralischen Aromen.

Fazit: Krass. Noch so jung und schon völlig überlagert, vom eigentlich Stil der Brennerei ist nicht mehr viel übrig. Dafür erhält man aber ein extrem vielschichtigen und spannenden Bruichladdich, der einem Kopfschmerzen bereiten kann. Dafür macht er aber echt Spaß. 85/100 Punkte (2021) 


Bruichladdich 2006-2015, 9 Jahre, 55,2% alc. Abfüller: whic.de Ausbau: Bourbonfass Nr. 317

Nase: Herrliche Fruchtaromen steigen in die Nase auf: Birnenkompott, reife Äpfel, Melone und Mango. Daneben ein wenig feuchtes Laub sowie Zuckerwatte, eine schöne Süße. Im Hintergrund hält es eine grüne und etwas rustikalere Note, vielleicht Paprika. 

Gaumen: Karamell und die bekannten Fruchtaromen der Nase, die Paprikaaromen nehmen zu, dann taucht weißer Pfeffer auf, es folgen Meersalz und ein Hauch Chili. Das Holz hat schon ein angenehmes Eichenaroma hinterlassen, der Alkohol ist aber noch etwas ungestüm. 

Abgang: Sehr lang, die Eiche prickelt auf der Zunge, der Whisky wärmt bis in den Magen. Die Frucht ist noch weiter in den Hintergrund geraten, der Pfeffer nimmt zu. Der Alkohol ist erstaunlich gut eingebunden. 

Fazit: Ein Laddie mit zwei Seiten, denn die Nase macht Versprechungen, die sie nicht halten kann. 85/100 Punkte (2015). Ich danke whic.de für Probe und Foto!


Port Charlotte PC 11, 59,5 % alc. Originalabfüllung

Nase: Im ersten Eindruck Seeluft und Torfrauch, Torffeuer auf Kiesstrand, Treibgut und Algen. Dahinter kommen fruchtigere Aromen, darunter Rosinen und Pfirsiche, Limetten und Orangen. Irgendwie finde ich neben Zimt auch gesalzene Erdnüsse. 

Gaumen: Fruchtig und rauchig. Trotz des hohen Alkoholgehaltes sehr mild. Aprikosen, Sultaninen und Pfirsiche, dazu dann auf der anderen Seite Pfeffer, Zimt und Meersalz, geräucherter Aal und Meerrettich. 

Abgang: Lang und sehr rauchig, aber auch wunderbar harmonisch. Mit Tabak, mildem Kakao und Rosinen. Fazit: Vielschichtig und spannend! 89/100 Punkte (2016)


Port Charlotte 2003-2015, 12 Jahre, 56% alc. Abfüller: whic.de. Ausbau: Bourbonfass No. 660

Nase: Schinken, geräucherter Schinken mit Kräuterkruste und Honig. Zudem etwas Asche, Jod und Verbandszeug im Hintergrund. Außerdem wirkt dieser Port Charlotte süß und leicht säuerlich, gesüßter Limettensaft. 

Gaumen: Süße, richtig feine Süße. Karamell, Toffee, Honig und Malzzucker. Dahinter kommt der Torfrauch. Phenol und Holzkohle, dann etwas Salz in Schokolade und ein Hauch schwarzer Pfeffer. 

Abgang: Lang, wärmend und kommt wieder. Zigarrenasche, Zartbitterschokolade und Bienenwachs. 

Fazit: Herrlicher Whisky, die Süße hätte mich blind eher auf einen gezähmten Ardbeg schließen lassen. 88/100 Punkte (2016) Ich danke whic.de für Probe und Foto! 


Octomore 07.4, 2008-2016, 7 Jahre 61,2% alc. Originalabfüllung. Ausbau: "Virgin Oak" - unbenutzte Eichenfässer. Besonderheit: auf 12.000 Flaschen limitiert. 

Nase: Kräftiger Torfrauch mit einer süßlichen Kante, die an Buttergebäck erinnert. Der Rauch kommt direkt vom Grill, der Geruch von Barbecue schwingt mit. Dahinter kommen Gewürze und Zedernholz, etwas süßlicher Pfeifentabak sowie Espressobohnen, ausbalanciert mit säurearmen Zitrusfrüchten. 

Gaumen: Überraschend süß zu Beginn, direkt darauf kommt der Torfrauch und haut eine Kerbe in den Geschmack, dahinter folgen schwere Holzaromen, Eichentannine und Gewürze (Zimt, Gewürznelken, bunter Pfeffer). Der Rauch erinnert an Schweröl, Lagerfeuer und Holzkohle.

Abgang: Sehr lang, phenolisch, rauchig. Die Frucht ist gänzlich weg, dafür kommen Karamell und eine minimal erdige Note auf. 

Fazit: Eine Wucht, trotz der Kanten insgesamt harmonisch, ein toller Octomore. 91/100 Punkte (verkostet 2016). Ich danke Bruichladdich für die Probe und das Foto.




 
 
 
 
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