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Tastingnotes & Whiskyblog

Strathdee

Strathdee, Aberdeen, 1821 - 1941*

Strathdee wurde vermutlich bereits 1821 von Henry Ogg gegründet. Klar ist, dass Henry Ogg bereits vorher als „Brewer“ tätig war und eine Verbindung in die Ferryhill Brewery hatte. Als er 1824 Anteile an Schiffen erwarb, wurde er ebenfalls noch als Brewer in Hardgate, Aberdeen bezeichnet. 1825 findet sich ein Eintrag zur Ferryhill Brewery, demnach war in diesem Jahr dort ein Henry „Hogg“ der Manager, dabei handelte es sich um einen Tippfehler.

Auch wenn ich 1821 nicht direkt bestätigen kann, ab 1827 kann ich die Brennerei Strathdee von Henry Ogg & Co. nachweisen. In den Aberdeen Directories findet sich dann 1829 auch erstmals die Adresse in Cooperston südwestlich von Aberdeen. In unmittelbarer Nachbarschaft lagen die Brennereien Union Glen und South Bridge. Für damalige Verhältnisse lag die Brennerei so weit außerhalb der eigentlichen Stadt Aberdeen, dass die meisten Kartographen die Gebäudestrukturen nicht mehr aufnahmen.

Um 1852/1853 fand wohl eine technische Modernisierung statt. Im August 1853 verweist ein Artikel im Aberdeen Herald auf den sich nun vollständig im Einsatz befindlichen „Close Safe“ aus dem Hause Hugh Gordon & Company. Dabei handelte es sich um einen weiterentwickelten Sprit Safe.

Auf den folgenden Karten sehen wir die Brennerei und können Ausbau und Erweiterungen etwas nachvollziehen.

Am 26. Januar 1866 brannte dann die Darre (malt kill) der Brennerei nieder, das Gebäude wurde vollständig zerstört. Da der Wind günstig stand, konnte ein Übergreifen des Feuers auf die übrigen Gebäude der Brennerei verhindert werden. Und es heißt: „Das Darrhaus war erst kürzlich errichtet worden.“

1871 findet sich dann eine Beschreibung der Brennerei im Derbyshire Times, übernommen aus dem Scottish Standard. Demnach steht die Brennerei damals noch jenseits der westlichen Vorstadt Aberdeens, am Eingang des schönen „Strath of Dee“. Die Brennerei verfügt über zwei getrennte Gebäudereihen, überwiegend zweigeschossig. Am Eingangstor zur Straße sind die Wohnhäuser der Arbeiter. Zunächst haben wir das Brennhaus, das Engine House und dahinter die Malzböden und Darre. Die Wash Still fast 1220 Gallonen und die Spirit Still 620 Gallonen, beide direkt befeuert. Das Brennhaus ist gut beleuchtet und der Boden mit Ziegeln ausgelegt, "über allem liegt ein Endruck von Sauberkeit und Ordnung, wie er in Brennereien nicht immer anzutreffen ist." Verwendet wird schottische Gerste und der Whisky geht überwiegend nach England, zum Teil auch nach Irland.

Was der Bericht zudem auch bestätigt: Die Brennerei wurde 1821 von Mister Ogg gegründet und ging auf den Sohn W. T. Ogg über. Wenn wir uns nachher den Bericht von Alfred Barnard anschauen, werden wir zwischen 1871 und 1885 einen weiteren Ausbau feststellen.


Strathdee und das Feuer…. 

Im April 1881 brennt das Dach eines Lagerhauses, im November 1884 kam es zu einer Explosion in der Brennerei, es entstand ein geringer Sachschaden und zum Glück wurde niemand verletzt. Kurz drauf brannte der Kolonialwarenhandel an der Straße, angeblich hat eine Katze Streichhölzer umgeworfen. Das Geschäft war nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft der Brennerei, Mr. Henry Ogg war Eigentümer des Gebäudes. Nur drei Wochen später brannte ein Schuppen am nördlichen Ende der Brennerei ab, ein Übergreifen des Feuers konnte auch dieses Mal verhindert werden.

1882 finden sich vermehrt Werbeanzeigen, demnach wurde der Whisky aus der bekannten Strathdee Distillery mit einer Reifezeit von mindestens 8 Jahren beworben. Zudem fand 1882 auch ein Rechtsstreit zwischen irischen Whiskybrennern aus Belfast gegen die Strathdee Distillery statt, in welchem es um die Verwendung eines Logos auf dem Flaschenlabel ging.


Alfred Barnard besuche die Brennerei im Jahr 1886 und manche Eindrücke passen so nicht ganz zum bisherigen Bild.

Er beschreibt eine große Grundfläche und eher altmodisch erbaute Betriebsgebäude mit niedrigen Dächern. Die Brennerei sei 1821 von Mr. Henry Ogg errichtet worden, dem Vater des gegenwärtigen Eigentümers. Ursprünglich lag die Jahresproduktion bei 15.000 bis 25.000 Gallonen doch vor 30 Jahren wurden die Betriebsanlagen in wesentlich größerem Maßstab neu errichtet. Die Gebäude liegen innerhalb eines großen Hofes, der durch ein Tor von der Hauptstraße aus betreten wird.
Wie immer beschreibt Barnard Mälzerei und Speicher auch mit Maßangaben, zu Trocknung des Malzes wird Torf und Koks verwendet. Ingesamt stehen 5 Washbacks zu je 2.830 Gallonen zur Verfügung. Und drei „alte Pot Still“, darunter zwei Wash Stills mit 2.150 und 2.544 Gallonen sowie eine Spirit Still mit 1.770 Gallonen. In den Lagerhäusern befanden sich zum Zeitpunkt des Besuches 1.026 Fässer. Das Wasser zur Produktion stammt aus dem Mannofield Burn sowie aus der städtischen Wasserversorgung. Die Jahresproduktion liegt bei 45.000 bus 55.000 Proof-Gallonen, der Whisky wird als Highland Malt in Leith, London und Liverpool verkauft.

Spannend finde ich die Beschreibung der Brennblasen, die als "old" bezeichnet werden. Das hatte ich jetzt schon mehrfach in Barnards Berichten, vielleicht entsprach die Bauart nicht der Mode, aber alt waren sie definitiv nicht. Denn wenn wir noch einmal den Bericht im Scottish Standard von 1871 hervorholen, dann sind in den 15 Jahren zwischen beiden Brennereibeschreibungen nicht nur die Stills deutlich größer geworden, sie haben sich auch von zwei auf drei Brennblasen vermehrt - und waren damit quasi neu. Damit hätten wir neben den Erweiterungen vor 1853 und um 1863 noch eine weitere Expansion.

Leider gibt es zur Brennerei keine Zeichnung, daher gehe ich wieder direkt in die Zeitungsrecherche über.....

Offensichtlich führten die vielen Feuer zu Erkenntnissen, denn die Brennerei suchte im Februar 1887 einen Feuerwehrmann zur Anstellung. Und nur weil wir viele Feuer hatten, war Strathdee nicht auch noch von anderen Tragödien betroffen. Am 21. Januar 1888 brach der Küfer Peter Stewart Legge im Alter von nur 36 Jahren während der Arbeit zusammen und verstarb.

Diebstähle gab es auch, aber warum die zwei Übeltäter Zink statt Whisky stahlen, ist nun wirklich nicht zu verstehen. Auf jeden Fall sind John M‘Kenzie und David M‘Donald am 1. November 1888 wegen des Diebstahls von 40 Pfund Zink aus der Strathdee Distillery zu 60. bzw. 21 Tagen Gefängnis verurteilt worden.

Am 9. Juli 1893 verstirbt William Frederick Ogg (W. F. Ogg) ältester Sohn von Henry Ogg, im Alter von 77 Jahren. Sein Nachruf beschreibt seine Laufbahn als Anwalt in Aberdeen, seine Tätigkeit in der Beratung verschiedener Eisenbahngesellschaften sowie sein Engagement in der Stadt. Er wird als zurückhaltend beschrieben, nahm aber einige öffentliche Ehrenämter ein. In einem dieser Ämter geriet er mit der Stadt wegen der „Kosten für die Versorgung mittelloser Geisteskranker in Streit. Mr Ogg vertrat die Auffassung, dass die Stadt für den Unterhalt dieser bedauernswerten Menschen verantwortlich sein sollte; diese Ansicht setzte sich jedoch nicht durch.“ Er nahm großen Anteil an der Bewegung zur Erweiterung der Gebäude der Aberdeen University und gehörte dem Executive Committee an, das zur Förderung dieses Vorhabens eingesetzt worden war. Außerdem ließ er auf eigene Kosten ein katholisches Gotteshaus errichten und schenkte es anschließend der Gemeinde. William Frederick Ogg war bereits verwitwet und hatte keine Kinder. Er war der alleinige Teilhaber der Firma Henry Ogg & Co, Strathdee Distillery. Außerdem wird ein Dr. George Stewart Ogg als sein noch lebender Bruder genannt. Oft steht in den Sekundärquellen, dass Henry Ogg die Brennerei an seinen gleichnamigen Sohn weitergab, was wir hiermit widerlegen können. Henry Ogg hatte keinen gleichnamigen Sohn, W. F. Ogg führte die Brennerei jedoch als Henry Ogg & Company fort.

In wie weit der Tod des Eigentümers den Betrieb der Brennerei beeinflusste, versuchen wir herauszufinden. Auf jeden Fall bot die Brennerei am 12. September 1893 Getreide zum Verkauf an, also vor Beginn der Whiskysaison. Vielleicht hat man zu viel eingekauft oder handelte in Kommission, denkbar ist aber auch, dass bis zur Klärung des Erbes die Produktion ruhte. Melden sollte man sich übrigens bei John Still, dem Assistant Manager der Brennerei. Ob John Still in irgendeiner Verwandtschaft mit Charles oder Patrick Still von der früher in direkter Nachbarschaft bestehenden South Bridge Distillery war, kann ich bislang nicht beantworten.


Dazu passt dann auch die Verkaufsanzeige vom 13. November 1893 im The Scotsman. Demnach wurde der Preis für die Strathdee Distillery in Aberdeen auf £5.050 reduziert. Das wiederum heißt aber auch, dass dies nicht er erste Verkaufsversuch ist. In Verbindung mit dem Abverkauf der Gerste lege ich mich auf eine vorübergehende Stilllegung der Brennerei fest.

Der Verkauf scheiterte, denn auch im Frühjahr 1895 wird noch ein Käufer via Zeitungsanzeigen gesucht. 

Im Juni 1895 erwirbt dann David Walker die Brennerei. Im Oktober vermeldet der Aberdeen Press and Journal dann die Wiedereröffnung der "seit ein paar Jahren stillgelegten" Brennerei. Walker war zuvor in der Administration der Brennerei Bon Accord tätig. Die Aberdeen Directories beschreiben ihn dort als Sekretär und Buchhalter, ohne Kapitalgeber oder ein reiches Erbe kann ich mir den Erwerb einer eigenen Brennerei kaum vorstellen.


Strathdee ab 1900

David Walker

Wie es der Brennerei in den Krisenjahren ging, kann ich leider nicht rekonstruieren. Der Name David Walker taucht im Rahmen einer Wohltätigkeitsaktion auf. 1903 erhält der Brewer Alexander Innes Hochzeitsgeschenke von Walker und seinen Arbeitskollegen, darunter eine Salonuhr aus Marmor sowie eine mit Diamanten besetzte Brosche für seine Braut. Aus der vorhandenen Belegschaft können wir eine aktive Brennerei ableiten. Alexander Innes wurde übrigens in seiner weiteren Karriere Manager der Glenburgie Distillery.

Im September 1904 sucht Strathdee einen erfahrenen Stillman, pünktlich zum Start der Saison. Am 15. April 1907 erfährt man aus dem Aberdeen Press & Journal die Entscheidungen des städtischen Bauausschusses, dieser genehmigte die Erweiterung eines Lagerhauses der Strathdee Distillery Company. 1908 bot die Brennerei ihren Treber als Viehfutter zum Verkauf an.

Im September 1910 ging die Brennerei vor dem Aberdeen Valuation Appeal Cour gegen die steuerliche Bewertung vor und erreichte eine Reduzierung, aus der sich dann die regionalen Abgaben berechneten. Wichtiger ist dabei die Begründung: Strathdee wäre in den letzten drei Jahren nur 16 Wochen in Betrieb gewesen, gegenwärtig steht die Brennerei still und es besteht keine Aussicht auf Wiederinbetriebnahme. Auch Versuche die Brennerei zu vermieten sei völlig aussichtslos, das gesamte Geschäft sei weggebrochen.

Damit wissen wir also, dass die Brennerei spätestes ab Herbst 1907 nur sehr gering ausgelastet wurde und vermutlich Ende 1909, spätestes Anfang 1910 stillgelegt wurde. Die dann zweite große Whiskykrise trübte die Aussicht auf eine Wiederinbetriebnahme gewaltig.

Nach drei paar Jahren jedoch, im September 1913, wurde die Produktion wieder aufgenommen. Diese Phase dauerte nachweislich bis 1916 an, im Januar 1916 suchte Strathdee noch einen Stillman. Ob Strathdee im Herbst 1916 noch einmal in die Saison ging, ist ungewiss. Denn bereits im Sommer zeichnete sich die zweite schlechte Getreideernte in Folge ab, spätestens 1917 wurde die Produktion kriegsbedingt wieder eingestellt. Für die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg kann ich erst einmal keine Betriebstätigkeit finden.

Am 23. August 1923 stirbt David Walker im Alter von 68 Jahren.Seinem Nachruf zufolge war er die letzten 27 Jahre Manager der Strathdee Distillery. Sein einziges Hobby war Golf, zudem sang er mit seiner angenehmen Tenorstimme im Chor. Er hinterlässt seinen Sohn David Walker, stellv. Redakteure der Times of India in Bombay sowie zwei Töchter. 


Der Nachruf macht es uns etwas schwieriger, denn laut den gängigen Sekundärquellen wurde Strathdee 1920 von Roberston & Co. übernommen. Das wiederum kann erst einmal insofern nicht stimmen, als dass das Unternehmen Roberston & Co. erst 1922 gegründet wurde, nachdem Robertson & Baxter in die freiwillige Liquidation gingen und mit dem neuen Unternehmen Anteile der vorherigen Geschäftstätigkeit erwarben. Der Nachruf nennt den verstorbenen David Walker aber „Manager“, nicht „früheren Manager“, und das seit 27 Jahren, womit wir auf 1896 kommen, was mit meiner bisherigen Recherche passt. Roberston & Baxter kennen wir bereits als Investoren von Glenfyne sowie der West Highland Malt Distilleries. Denkbar wäre, dass David Walker Anteile seiner Strathdee Distillery veräußerte, selber jedoch weiterhin als Manager und geschäftsführender Gesellschafter verblieb.

Dazu passt dann auch diese Bekanntmachung des Aberdeen Press & Journal vom 24. März 1924, die lautete wie folgt: „STRATHDEE DISTILLERY COMPANY
Hiermit wird bekanntgegeben, dass die Teilhaberschaft (Co-Partnership), die unter dem Namen STRATHDEE DISTILLERY COMPANY das Geschäft der STRATHDEE DISTILLERY betrieb, im gegenseitigen Einvernehmen zum 31. Dezember 1923 aufgelöst wurde.
Alle Personen, die Forderungen gegenüber der genannten Teilhaberschaft haben, werden aufgefordert, diese innerhalb von vierzehn Tagen ab diesem Datum bei den Unterzeichnern einzureichen.W. H. GOFF, C.A.; W. M. GORDON, F.C.I.S.; 106 West Nile Street, Glasgow-24. März 1924“

Damit hätten wir dann den Nachweis zu Robertson & Company, denn William M. Gordon trat bereits als „Secretary“ der West Highland Malt Distilleries und William Henry Goff als beratender Wirtschaftsprüfer in Erscheinung, die Geschäftsadresse passt zu Roberston & Baxter bzw. Roberston & Company.


Dann werfen wir mal ein Blick in die Berichte des „Wine & Spirit Trade Record“, die heute gesammelt im Reprint „The Distilleries of Great Britain and Ireland“ nachzulesen sind.

Der Text stammt vom 14. September 1925, demnach wurde die Brennerei bereits in „bescheidener Form“ um das Jahr 1810 gegründet, 1821 war die Brennerei in „kräftigem Betrieb“, das klingt nach ersten Destillationsversuchen oder einer illegalen Brennerei, bevor 1821 Strathdee am hier beschriebenen Standort entstand.

Die Geschichten von Henry Ogg und David Walker werden bestätigt, hier heißt es nun aber auch, dass die Brennerei bereits vor Walkers Tod durch Roberston & Baxter erworben wurden. Ende 1923 erwarb dann die Messrs Train and McIntyre Limited die Brennerei. Außerdem bestätigt der Text die Theorie, dass David Walker nach Verkauf der Anteile weiterhin in leitender Funktion blieb. Nach seinem Tod wurde Mr. J. C. McRae im August 1923 zum Manager ernannt, seitdem gab es einige technische Erneuerungen, so wurde die Nutzung von Gas abgeschafft und stattdessen Elektrizität verlegt. Seit vier Jahren ist zudem eine neue Mühle von „Gravie and Company“ im Einsatz.
Die Produktionskapazität wurde auf zuletzt 65.000 Gallonen gesteigert, zudem hat man die gesamten Altbestände der Brennerei übernommen. Strathdee Whisky ist besonders in bevölkerungsreichen Städten bliebt, darunter London, Hull, Newcastle, Inverness und Aberdeen.
Die Gerste stammt aus Aberdeenshire und wird in der Brennerei eingelagert, ein kleiner Teil der Gerste kommt aus Indien, bekannt als Karachi-Gerste. Es gibt insgesamt drei Malzböden und einen Darrboden, welcher aus einem Drahtgewebe gefertigt ist. Zum Einsatz kommen Koks aus Fifeshire sowie Torf aus Maryculter am Dee. Die fünf Washbacks haben zusammen eine Kapazität von 20.000 Gallonen. Leider sind die Brennblasen nicht beschrieben, allerdings erfahren wir, dass der Spirit auf „11 over proof“ verdünnt und anschließend in die Fässer gefüllt wurde, also ungefähr 63,4%. Je nach Wunsch des Käufers wird der Whisky fünf bis sieben Jahren eingelagert. Zum Zeitpunkt des Besuches enthielten die Lagerhäuser 3.000 Fässer Whisky, die überwiegend zwischen 1919 und 1925 hergestellt wurden.

Daraus wissen wir nun: Die Produktion wurde nach dem Krieg bereits 1919 wieder angefahren, vermutlich im Herbst des Jahres 1919.

Und der Bericht ist mit Fotografien gesäumt, zwei davon gebe ich hier unbearbeitet weiter. sie sind nur an den Rändern geschnitten und sind altersbedingt mittlerweile gemeinfrei. Im ersten Bild sehen wir die Ansammlung der Gebäude, klassisch um einen Hof, wie es in vielen städtischen Brennereien der Fall war. Und dann haben wir da noch eine Innenaufnahme.


Im Dezember 1926 stirbt auch der Sohn Walkers, David Walker wird nur 34 Jahre alt. Er wird als Sohn des verstorbenen Destillateurs David Walker genannt, er war für die Times of India sowie die Daily Mail als Journalist tätig. Er begleitete den Prince of Wales auf dessen Reise durch Indien und durfte mit besonderer Genehmigung ein Buch über diese Reise schreiben.

September 1929 erscheint im Aberdeen Press & journal ein Artikel über die Industrien, die Aberdeen verloren hat. Zu den Brennereien heißt es, dass von den vier vergleichbaren Unternehmen der 1880er Jahre nur noch die Strathdee Distillery an der Great Western Road übrig blieb. Ich würde es als Produktionshinweis deuten

Im März 1934 wird die Strathdee Distillery Company gegründet, ein Tochterunternehmen der Train and M'Intyre Limited.

Ein Jahr später, im Frühjahr 1935, stirbt John Campbell M'Rae im Alter von 76 Jahren, Manager der Strathdee Distillery. Laut Nachruf war er weit über ein halbes Jahrhundert lang im Brennereigewerbe tätig, darunter 42 Jahre in der Provan Mill Distillery in Glasgow.

Irgendwo in diesen Jahren wird nun die endgültige Stilllegung erfolgt sein, die meisten Quellen nennen 1941. Passend zu 1941 finde ich die Pensionierung des Krankenpflegers Peter John Lees im Jahr 1962. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er Mitarbeiter der Strathdee Distillery und als die Brennerei stillgelegt wurde, begann er 1941 als Krankenpfleger in Woodend, wo er sich um Kriegsopfer kümmerte.

Eine andere Quelle nennt 1938 als Jahr der Schließung, allerdings kann die Produktion auch bereits früher stillgelegt und nicht wieder aufgenommen worden sein. Zumindest wurde 1938 noch in den USA mit Whisky aus Strathdee geworben. Es heißt zum Beispiel in anderen Sekundärquellen, dass die Brennerei 1938 zu Associated Scottish Distilleries Limited kam und diese die Brennerei nicht wiedereröffneten. 1941 wird dann gerne als finale Schließung angegeben, was allerdings ebenfalls nicht passt, wenn damit die finale Entscheidung der Aufgabe der Brennerei gemeint sein soll. Dazu komme ich gleich noch.

Aktuell vermute ich die Stilllegung der Produktion auf die Jahre 1935 bis 1938, danach fanden weiterhin Geschäftstätigkeiten bis mindestens 1941 statt. Ende 1941 wurde die Whiskyproduktion allgemein und kriegsbedingt eingestellt.

Aber die finale Entscheidung Strathdee nicht wiederzueröffnen, ist 1941 noch nicht gefallen. Associated Scottish Distilleries Limited hatte auf jeden Fall die Wiedereröffnung vor, kriegsbedingt wurde der Plan erstmal aufgeschoben. Erst 1944/1945 oder noch viel später wurde Strathdee final aufgegeben.

Diese Behauptung kann ich sogar belegen, denn nach Sichtung der Katalognummern, einiges an Korrespondenz, super freundlichen Archivaren, einer erfolgreichen Suche und dem anschließenden Transport zum Dokumentenscanner und zurück: Die Associated Scottish Distilleries Ltd. reichte 1944 einen Bauantrag bei der Stadt Aberdeen ein. Titel des Antrages: „Reconstruction of Strathdee Distillery“ - mit Bauzeichnungen. Betroffen war dabei der gesamte linke Gebäuderiegel mit Brennhaus und Mälzerei. Die Pläne wurden sogar noch am 11. Mai 1944 genehmigt, zur Umsetzung kam es leider nicht mehr.

Leider kann ich die Urheberschaft des konkreten Beschäftigten des Architekturbüros nicht mehr nachweisen, daher trage ich das Restrisiko. Hier die Pläne zur Rekonstruktion der Strathdee Distillery, in meinem Auftrag reproduziert: Courtesy of Aberdeen City & Aberdeenshire Archives, Aberdeen City Council. 






 
 
 
 
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